Gemeindegeschichte

Geschichte der katholischen Pfarrgemeinde St. Bonifatius im 20. Jahrhundert

Frankfurt am Main ist mit dem Dom, St. Leonhard, Deutschorden und Liebfrauen nicht nur ein Zentrum der deutschen Spätgotik, sondern hat nach dem Ersten Weltkrieg in den Randbezirken der Innenstadt auch hervorragende Kirchen der klassischen Moderne hervorgebracht. Das erste bedeutende Werk aus dieser Epoche ist die Bonifatiuskirche in Sachsenhausen.

Die ehemalige Fischervorstadt Sachsenhausen, auf dem linken Mainufer gelegen, war 1333 in den Mauerring der Stadt Frankfurt einbezogen worden. Kirchlich wurde der Stadtteil von der Niederlassung des Deutschen Ordens betreut, der am 1193 gegründeten Hospital eingerichtet war. Er konnte mit der Dreikönigenkirche seit 1452 eine eigene, mit dem Bartholomäusstift (Dom) verbundene Pfarrvikarie erhalten. Nachdem diese in der Reformation lutherisch wurde, feierte man katholischen Gottesdienst innerhalb der einzigen Pfarrei an St. Bartholomäus in Sachsenhausen nur in der Deutschordenskirche. Nach der Säkularisation des Deutschhauses 1809 unterblieb er hier. Von 1813 bis 1818 war die Kirche vollständig profaniert. Der für die Sachsenhäuser Kirche zuständige Frankfurter Stadtpfarrer konnte erst ab 1836 wieder einen Pfarrverweser anstellen, der jedoch dem bis 1881 für die Kirche wieder zuständigen Deutschen Orden unterstand. 1889 wurde Sachsenhausen ein selbständiger Seelsorgsbezirk in der riesigen Stadtpfarrei und 1917 Pfarrkuratie. Erst 1922 trennte man diesen von der Dompfarrei und errichtete unter dem Patronat des hl. Bonifatius eine eigene Pfarrei. Erster Pfarrer war Dr. Peter Josef Karst (1927-1940, seit 1909 Rektor bzw. seit 1922 Pfarrvikar). Die Gottesdienste der neuen Pfarrei fanden weiterhin - jedoch als Provisorium für eine zu errichtende Kirche - in der Maria-Himmelfahrts-Kirche des Deutschen Ordens statt.

Schon 1912 hatte man geplant, in dem schnell wachsenden Stadtteil Sachsenhausen eine neue Pfarrkirche zu errichten. Der Erste Weltkrieg stoppte zwar die Bauplanung, doch verband man im Krieg diese Idee mit einer Erinnerungsstätte an das 1916 gefeierte 1200 jährige Jubiläum des ersten Auftretens des hl. Bonifatius (t 754) auf dem Kontinent. Nach dem Krieg wurde die Bauplanung auch weiterhin verzögert, da die bis dahin angesparte Geldsumme der Inflation zum Opfer fiel. Zwischenzeitlich hatte man mit der Idee einer Bonifatiusgedächtniskirche, die auch in der Benennung der neuen Pfarrei zum Ausdruck kam, noch den Gedanken einer Gedächtniskirche für die im Ersten Weltkrieg Gefallenen verbunden. Bei dem 1925 für die Pfarr-, Jubiläums- und Kriegergedächtniskirche ausgeschriebenen Wettbewerb siegte der Frankfurter Architekt Martin Weber (Frankfurt 9. Dezember 1890 27. Februar 1941). Der 2. Preis fiel an Hans Herkommer, der 3. an die Architektengemeinschaft Huch und Grefges. Der erste Spatenstich erfolgte am 28. März und der Chorturm im Westen der Kirche.

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Über die Kirche und die Gemeinde St. Aposteln

Die Fritz Kissel Siedlung wurde in den Jahren 1950 – 1955 erbaut, um den dringenden Wohnungsbedarf der Nachkriegszeit zu lindern. Das Gemeindegebiet von St. Bonifatius wurde immer größer. Schließlich sNotkirche St. Apostelntieg die Gemeindemitgliederzahl auf über 15 000. Abhilfe tat not.

1955 gab es die ersten Überlegungen einen Teil von St. Bonifatius abzutrennen und eine neue Gemeinde einzurichten. 1956 wurde ein Grundstück ausfindig gemacht und sofort gekauft. Auf diesem Grundstück stand einst eine Ziegelhütte, die bereits seit dem 13. Jahrhundert als Vorwerk des Riedhofs bekannt war. Eine auf dem Gelände stehende Scheune wurde im Frühjahr 1957 außen verputzt und innen mit einfachen Mitteln zu einer Notkirche hergerichtet. Der erste Pfarrer der Gemeinde wurde Hubert Kwasniok, der vorher Kaplan am Dom war. Als Leihgabe, bis zur Fertigstellung einer neuen Kirche erhielt er vom damaligen Stadtpfarrer Prälat Alois Eckert den Apostelaltar aus dem Dom, einen gotischen Flügelaltar aus dem Jahr 1483. Auf seinem Platz im Dom wurde ein Schild angebracht mit dem Vermerk "Ausgeliehen an St. Aposteln". Damit kam Glanz in die bescheidene Hütte und wohltuende Wärme machte die Scheune zu einem schönen Kirchlein von 17 mal 10 Metern mit 144 Sitzplätzen.

 

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Geschichte der Fusion St. Bonifatius / St. Aposteln

In den Jahren 1952 – 1954 entstand südlich der Mörfelder Landstraße eine neue
Siedlung, die Fritz Kissel Siedlung. Die Seelenzahl von St. Bonifatius wuchs auf über 15.000, für eine Gemeinde zu viel. Das war der Grund für Pfarrer Dr. Golasch von St. Bonifatius über eine neue Gemeinde für diesen  Bereich nachzudenken. Bischof Dr. Kempf unterstützte ihn bei diesem Ansinnen.

Am 28.05.1957 fand in einer kleinen Notkirche, einer umgebauten Scheune mit 140 Sitzplätzen, der erste Gottesdienst von St. Aposteln statt.  Es entwickelte sich unter Pfarrer Kwasniok eine aktive, eine  lebendige Gemeinde, die 1963 die heutige Kirche mit 400 Sitzplätzen erhielt.

Nach einigen schwierigen Jahren Anfang der 90 er Jahre - St. Aposteln hatte inzwischen keinen Pfarrer mehr - überalterte die einst junge Gemeinde. Die Gottesdienstbesucher wurden immer weniger. Es war kein Leben mehr in der Gemeinde. In Limburg wurde bereits über eine Auflösung nachgedacht. Seit 1996 entwickelte sich die kleine Gemeinde mit jetzt 1500 Seelen jedoch wieder positiv. Zu den alten Gemeindemitgliedern kamen junge Familien mit Kindern. Jung und alt wuchsen zusammen. St. Aposteln war wieder eine lebendige Gemeinde.

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